Formen von Open Innovation Open Innovation kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Klassisch strukturierten Unternehmen ist die Inbound Innovation am vertrautesten. Bei diesem Modell tragen ausgewählte externe Partner in verschiedenen Phasen zum unternehmensinternen Innovationsprozess bei. Das kann durch Lizenzen erfolgen oder durch das Einbringen von Anregungen und Ideen, zum Beispiel durch Kundenbefragungen. Das Unternehmen hat volle Kontrolle über den Prozess und das geistige Eigentum (IP). Etwas mehr Mut erfordert Crowd Innovation, das auf Crowdsourcing basiert. Dabei tragen sehr viele, anfangs meist fremde Menschen ihr Wissen, ihre Ideen und Lösungsansätze zum Innovationsprozess eines Unternehmens bei. Es kann sich praktisch jeder einbringen. Damit gute Ergebnisse entstehen, muss ein Unternehmen relativ viel an Information öffentlich preisgeben. Es kann den Prozess der Kommunikation mit den Mitgliedern der Crowd definieren, hat aber keine Kontrolle über entstehende Diskussionen innerhalb der Crowd oder darüber hinaus. Das Unternehmen erhält die volle Kontrolle über das geistige Eigentum (IP), das es für die Realisierung einer Innovation nutzen will. Keinen Einfluss hat das Unternehmen darauf, ob eine während des Prozesses entstehende, darüberhinausgehende Idee von anderen umgesetzt wird. Beim Wertschöpfungsnetzwerk handelt es sich um eine Variante der Open Innovation, die mit einer Organisationsveränderung einhergehen muss, wenn sie erfolgreich sein soll. Hierbei arbeiten Partner auf Augenhöhe gemeinsam an Innovationen. Damit das gelingt, müssen sich die Unternehmen selbst in Teilen “netzwerkartig” aufstellen. Denn nur dann können sich Bereiche eines Unternehmens mit denen anderer Unternehmen zu neuen Organisationseinheiten zusammenfinden. Die Schwarmorganisation und die mit ihr eng verwandte Netzwerkorganisation erfüllen diese Anforderungen perfekt. Auch die agile Organisation besitzt die hierfür erforderlichen kulturellen Voraussetzungen. Alle Partner profitieren auf ihre Weise an der Kommerzialisierung der daraus entstehenden Produkte und Dienstleistungen. Sie haben Kontrolle über den sie betreffenden Teil des zugehörigen Geschäftsmodells. Ansonsten müssen sie ihren Partnern vertrauen. Schließlich gibt es noch die Art von Open Innovation, die sich auf Mechanismen sozialer Netzwerke stützen. Nennen wir sie Social Network Innovation. Bei diesem Modell kann sich prinzipiell jeder in die Realisierung und Kommerzialisierung einer Innovation einbringen, sofern die fachlichen Voraussetzungen gegeben sind. Niemand kann aber ausschließliche Nutzungsrechte erwerben. Es ist im Grunde eine Leistung der Allgemeinheit für die Allgemeinheit. Auch öffentlich finanzierte Forschungsverbünde gehören hierzu. Beispiele sind freie Softwareprodukte wie Linux oder Gimp, bei denen die Kommerzialisierung durch kostenpflichtige Serviceleistungen erfolgt.

Erfolgreich Neues: Open Innovation

Wenn wir für Innovationen unsere Unternehmensgrenzen überwinden, um das Wissen und den Ideenreichtum der ganzen Welt zu nutzen, sprechen wir von Open Innovation. Übrigens ein Wesensmerkmal von Schwarmorganisationen, Netzwerkorganisationen und agilen Organisationen.

Viele Akteure in Europa kämpfen darum, bei Innovationen auch zukünftig auf dem Weltmarkt mithalten zu können. Oft fehlen ihnen dafür die Mittel, die richtigen Organisationsformen und ausreichende Kompetenzen. Sie könnten ihre Chancen dramatisch erhöhen, indem sie sich mit anderen zusammentun oder von außen verstärken – also auf Open Innovation setzen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Open Innovation funktioniert. mehr erfahren

Anwendungsfelder für Crowdsourcing Ich sehe Crowdsourcing vor allem als ein Spielfeld der Schwarmintelligenz, die zu hervorragenden “Denkergebnissen” führt. Die Entstehung von Schwarmintelligenz in kleinen Gruppen illustriere ich im Beitrag zur Schwarmintelligenz anhand der Durchführung von Bewertungen, agiler Konzepte und bei der Selbstorganisation sowie der Unterstützung von Entscheidungen. Im Folgenden geht es um Schwarmintelligenz in großen Gruppen, eben dem Crowdsourcing. Ich sehe zwei Haupt-Einsatzgebiete für Crowdsourcing: Vorhersagen und Innovation.

Erfolgreich Neues: Crowdsourcing

Das Potenzial von Crowdsourcing nimmt mit der Digitalisierung in einem Maße zu, dass es einer krassen Fehlentscheidung eines Unternehmens gleichkommt, es nicht auszuschöpfen. Das dezentral verstreute Wissen von Menschen kann durch das Internet in bisher einmaliger Weise gebündelt und die dabei entstehende Schwarmintelligenz auf vielfältige Weise genutzt werden. mehr erfahren

Was Schwarmintelligenz leisten kann Eine Schwarmintelligenz bringt Ergebnisse ganz unterschiedlicher Art hervor: Denken: Gemeinschaftliche Denkleistungen, Kreativität, Bewertungen und Schätzungen Kreation: Neuartige Formen bzw. Strukturen, Eigenschaften und Verhaltensweisen von Superorganismen Interaktion: Selbstgesteuerte, unmittelbare, verteilte und robuste Interaktion mit der Umwelt

Erfolgreich Neues: Schwarmintelligenz

Schwarmintelligenz entwickelt sich zu einer der wertvollsten Ressourcen von Unternehmen. Sie wächst mit den neuen Möglichkeiten der Vernetzung von Wissen durch die Digitalisierung.

Schwarmintelligenz ermöglicht Crowdsourcing und Open Innovation. Und sie führt zu einer neuen Qualität von Entscheidungen. Das ist einer der Gründe der Überlegenheit von Organisationsformen des Wachstumsbereichs der S-Matrix, wie die Schwarmorganisation, agile Organisation, Netzwerkorganisation, Sociocracy oder Holacracy.

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Die Produktentwicklung in unterschiedlichen Organisationsstrukturen Wo sind in den verschiedenen Spielarten von Organisationsformen die Entwicklungsorganisationen zu finden? Von einer Entwicklungsabteilung kann beim Patriarchat und in rein hierarchischen Organisationen nicht gesprochen werden. Wenn überhaupt, dann sind einzelne Personen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben betraut. In funktionalen Organisationen ist die Produktentwicklung ein Funktionsbereich, neben HR, Einkauf, Marketing, Fertigung, Vertrieb und weiteren. In divisionalen Organisationen ist sie eine Abteilung in jeder Division. Und in Matrixorganisationen ist sie eine Querschnittsfunktion über alle Divisionen. In entwicklungsgetriebenen Prozessorganisationen kann die Produktentwicklung ein Kernprozess sein. Ansonsten finden wir sie in verschiedenen Phasen anderer Kernprozesse. Entwicklungsaktivitäten finden in Projektorganisationen, zu denen auch die agilen Organisationen zählen, im Rahmen von Projekten statt. Je nach aktueller Situation sind es viele parallele oder wenige, gegebenenfalls größere Projekte. Diese formieren sich bei jeder neuen Aufgabenstellung neu und lösen sich anschließend wieder auf. In Schwarmorganisationen bilden sich Entwicklungsnetzwerke unterschiedlichster Art und Größe. Netzwerkpartner sind interne und externe Experten oder Teams. Letztere können Teil des Entwicklungsbereichs eines anderen Unternehmens sein oder ein kompletter Engineering-Dienstleister. Oder freiberuflich tätige Entwickler. Ein wesentlicher Teil der Entwicklungsnetzwerke sind auch die Kunden, die an der Produktentstehung mitwirken. Die Teilnetze geben sich eine zur Herausforderung passende Organisationsform.

Produktentstehung in der Schwarmorganisation – Der Schwarm

Im zweiten Teil dieser zweiteiligen “Mini-Serie” geht es um die zur Produktentstehung in Wertschöpfungsnetzwerken passende Organisationsform: Die Schwarmorganisation. Oder umgekehrt: Wie die Schwarmorganisation Wertschöpfungsnetzwerke möglich macht.

Die Schwarmorganisation entspricht einem Netzwerk von Organisationseinheiten mit bestimmten Kompetenzen oder Kompetenzbündeln, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Jede Organisationseinheit erbringt einen Wertbeitrag im Wertschöpfungsnetzwerk. Sie bilden sich bei Bedarf, formen sich zwischendurch um und lösen sich gegebenenfalls auch wieder auf.

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie neue Produkte und Dienstleistungen in einer Schwarmorganisation entstehen.

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